Majorica Perlenschmuck

Bei den Majorica-Perlen handelt es sich um künstlich hergestellte Imitationsperlen, die das Aussehen echter Perlen nachahmen. Die Fertigung wurde durch den Gründer der Firma Majorica, Eduard Heusch, entwickelt und während der Firmengeschichte perfektioniert. Im Unterschied zu anderen Imitationsperlen werden als Kern statt der üblichen Glasperlen unter Hochdruck gehärtete Sandkerne verwendet. Auf eine Spezialhalterung gesteckt erhalten diese einen Mantel von 30 Schichten einer Masse aus perlmutthaltigen und perlmuttähnlichen Materialien, wie beispielsweise Fischschuppen.

Jede Schicht wird mittels Gasbrenner so stark erhitzt, dass sich die einzelnen Moleküle der Spezialmischung durch Polymerisation zu größeren Molekülen zusammenschließen. Durch Beimischung von farbigen Mineralien kann jede Art von Schattierung und Tönung erreicht werden. Nach dem Abkühlen der Perlen werden diese feingeschliffen und poliert. Das Endprodukt lässt sich nur sehr schwer von echten Perlmuttperlen unterscheiden. Ihre Oberfläche ist etwas glatter als die natürlicher Perlen, die Wachstumsmerkmale aufweisen. Durch den dreißigfachen Härtungsprozess sind die Majorica-Perlen auch chemisch beständiger und widerstehen hohen mechanischen Kräften.

Derzeit werden diese Art von Imitationsperlen nur noch von den Firmen Perlas Majórica in Manacor und Perlas Orquídea in Montuïri auf Mallorca hergestellt. Beide Unternehmen haben in Manacor, direkt am Ortseingang aus Richtung Palma, Ausstellungs- und Präsentationsräume. Durch Echtheitszertifikate (Ursprungszeugnisse) versuchen sich die Firmen vor minderwertigen Imitationen auf Basis von Glaskugelkernen, die zum Teil in China und Thailand gefertigt werden, zu schützen. Die Importware, zum Teil in einigen kleinen Betrieben auf Mallorca endmontiert, wird neben den Produkten von Perlas Majórica und Perlas Orquídea in einschlägigen Handelsgeschäften zum Verkauf angeboten.